Geschichte
Das Gebäude
«Eine ziemlich streng horizontale Linie legt sich auf das weisse Blatt, färbt den unberührten Raum schwarz, verleiht ihm einen Sinn, gibt ihm eine Richtung: von links nach rechts, von oben nach unten. Zuvor gab es nichts oder fast nichts; danach gibt es nicht viel, nur ein paar Zeichen, die jedoch ausreichen, um ein Oben und ein Unten, einen Anfang und ein Ende, eine Rechte und eine Linke, eine Vorderseite und eine Rückseite zu haben.»
Georges Perec · Arten von Räumen · 1989
Jedes Gebäude beginnt mit einer Linie. Es war der in Locarno tätige Architekt Ferdinando Bernasconi, der sie zeichnete. 1867 in Carona geboren, absolvierte Bernasconi seine Ausbildung in Turin, Lugano und Mailand, bevor er 1892 sein eigenes Büro in Locarno eröffnete. Zu den Werken, die er der Stadt hinterlassen hat, gehören der Umbau des Rathauses, das Kursaal-Theater und der Palazzo del Pretorio.
Chronologie des Gebäudes
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1893-1894
Le Scuole Comunali
Bernasconi entwirft das Gebäude in Hufeisenform zwischen der Piazza Remo Rossi und der Via Conturbio. Es wird der Sitz der städtischen Schulen sein.
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1931
Die Erweiterung
Die Architekten Rianda und Respini schliessen das Hufeisen ab, fügen eine neue Fassade mit zentralem Eingang hinzu, über dem sich ein Balkon befindet, und lassen eine Turnhalle, einen Musiksaal sowie neue Klassenzimmer errichten. Das Gebäude erhält seine bis heute erkennbare Gestalt.
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Das 20. Jahrhundert
Ein Gebäude im Wandel
Nach der Primarschule beherbergte das Gebäude die Handelsmittelschule, die Samariter sowie verschiedene Kulturvereine und durchlief dabei Umbauten und Nutzungsänderungen.
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2009
Eine ungewisse Zukunft
Seit Jahren droht dem Gebäude der Abbruch. Ein erstes Projekt für ein «Casa del Cinema» verläuft im Sande.
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2012
Der internationale Wettbewerb
Die Stadt Locarno schreibt einen Architekturwettbewerb aus, an dem 83 Planer aus ganz Europa teilnehmen können und bei dem ihnen völlige Freiheit gewährt wird: erhalten, erweitern oder abreissen.
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2012
AZPML gewinnt
Das Architekturbüro von Alejandro Zaera-Polo und Maider Llaguno-Munitxa hat sich dafür entschieden, das Gebäude nicht abzureissen, sondern umzugestalten – und dabei das kollektive Gedächtnis sowie die Verbindung der Stadt zu diesem Gebäude zu bewahren.
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2017
PalaCinema entsteht
Das Gebäude wird als Plattform für audiovisuelle Kultur wieder zum Leben erweckt, umhüllt von einer goldenen kinetischen Fassade: mehr als 40'000 Lamellen, die im Wind schwingen – eine Hommage an das Fell des Pardo.
«Eine einzigartige Fähigkeit, Altes und Neues auf intelligente Weise miteinander zu verbinden und das PalaCinema so fest im städtischen und kulturellen Gefüge von Locarno zu verankern.»
Aus der Begründung der Wettbewerbsjury